Internet Statement 2018-74

 

 

 

„Einfach aus dem Leben gegriffen“ – nur leider in die falsche Richtung

 

 

Maria Weiß  27.08.2018

Die beiden neuen Spitzenpolitiker der Grünen, Analena Baerbock und Robert Habeck, sind ja durchaus sympathische Persönlichkeiten - jedenfalls sympathischer als ihre Vorgänger, aber wofür treten sie denn politisch –gesellschaftlich ein? Das ist weniger sympathisch, das ist nach rückwärts gerichtet, das ist grüne Politik. Und daran ändert sich auch nichts, wenn man solche frisch und sympathisch rüber kommenden Menschen an die Spitze setzt, mit einem gesellschaftlich nach hinten weisenden Programm.

 

Daß die grüne Ideologie nach hinten zeigt, das ist schon seit langem gesellschaftlich klar geworden. Nur ist das eben in einer ausgehaltenen, von der internationalen ausgebeuteten Mehrheit finanzierten Gemeinschaft schwer zu erkennen, daß es eben so ist.

 

Wir haben die Grünen schon von Anfang an kritisiert, eigentlich schon seit deren Ursprung im Jahr 1973, als das mit Wyhl seinen Anfang nahm. Leider hat sich unsere Kritik nicht durchgesetzt, weil in dieser damaligen Teilrepublik Deutschland die Ausgehaltenheit gewisser Schichten fröhliche Urständ feierte. Dieses Land lebt unverhohlen von der Ausbeutung vieler Millionen Menschen auf der Welt, und die verschiedenen Schichten in diesem Land legen sich darüber keine oder allenfalls sehr wenig Rechenschaft ab. Es gibt nur sehr wenige Menschen in diesem Land meiner Ansicht nach, die das gegenwärtig tun. Unter anderem wir zählen dazu, die es seit langem tun, eigentlich von Anfang an. Allerdings kommt man sich in dieser Hinsicht vor wie der Rufer in der Wüste. Warum ist das so?

 

Das liegt eben an der o. g. internationalen Spaltung, welche darin besteht, daß einige wenige Staaten – unserer zählt dazu - zu den Profiteuren der internationalen Ausbeutung gehören, welche die vielen Staaten auf der Welt, genauer gesagt deren Bevölkerung, welche Milliarden von Menschen inzwischen umfaßt, genauer gesagt deren tägliche Schufterei abschöpfen, als auch ihre Bodenschätze für ihre Zwecke ausbeuten oder besser gesagt ausbeuten lassen. Dieser Umstand macht es so unendlich schwierig, daß hierzulande revolutionäre Kräfte auch nur ein einziges Bein auf die Erde bekommen, geschweige denn eine revolutionäre Politik durchzusetzen.

 

Was aber hier viele Beine auf die Erde bekommt, das sind die Grünen. Ursprünglich aus der linken Bewegung stammend – zumindest in ihrem zahlenmäßig größten Teil, der sich längst der Bourgeoisie angebiedert hat - und sie führen ein gesellschaftlich anerkanntes Leben unter dem Schutzschild bürgerlicher Kräfte. Woran aber liegt es, daß eine solche nach rückwärts gerichtete Bewegung hierzulande gesellschaftlich anerkannt ist? Das liegt eben daran, daß die gesamte Gesellschaft von der internationalen Ausbeutung lebt und es sich von daher leisten zu können glaubt, daß man auf einen revolutionären Fortschritt der Produktivkräfte verzichten kann. Ohne dies wäre eine solche Gesellschaft wie die hiesige keine drei Tage dazu fähig, einen derartigen Lebensstandard, wie er hier zu Lande für eine breite gesellschaftliche Schicht möglich ist, aufrecht zu erhalten. Nicht einmal erreichen das würden sie erreichen. Nehmen wir das Beispiel Energieversorgung. Woran liegt es denn, daß man hier freiwillig auf die Erzeugung von massenhaftem billigem Strom verzichtet hat, gewonnen aus Kernenergie, und stattdessen teure fossile Energieträger weiterhin pflegt, von der Windenergie mal ganz zu schweigen?

 

Auf dieser objektiven Grundlage lohnt es sich durchaus, einmal die Aktivitäten dieser neuen grünen Führungsspitze zu hinterfragen. Annalena Baerbock, Brandenburg, und Robert Habeck, Mecklenburg-Vorpommern, führen gemeinsam die Grünen. Was sie vereint, ist vor allem die Demagogie, daß ihre Aktivitäten irgendetwas mit gesellschaftlichem Fortschritt zu tun haben. Dem ist mitnichten so, obwohl man offiziell wenig davon zu spüren bekommt, weil davon wenig die Rede ist und Kräfte die das kritisieren, wie wir, sowieso verfemt sind. Die Maske, die diese neue Führung sich aber aufzusetzen versucht, ist die, daß sie angeblich für die „kleinen Leute“, für die benachteiligten Menschen vor allem in den ostdeutschen Bundesländern, sich angeblich einsetzen. Schauen wir doch mal nach, wie das konkret aussieht und in welche Richtung das eigentlich weist.

 

Es ist bekannt und nicht zu verleugnen, daß in dem heutigen Deutschland es ganz beträchtliche Unterschiede zwischen den einzelnen Bundesländern gibt, vor allem die ehemaligen Ostländer gehören zu den Benachteiligten. Die süddeutschen Staaten vor allem der früheren westlichen Ländern, zum Beispiel Baden-Württemberg (gegenwärtig ebenfalls grün regiert) prosperieren, wie es heißt. Auch Hessen geht es nicht besonders schlecht. Wem es schlecht geht, ist zum Beispiel Nordrhein-Westfalen, hier sieht es nicht mehr so gut aus, Niedersachsen jedoch geht es auch gut, aber vor allem den ostdeutschen Staaten wie Brandenburg, aber auch Sachsen oder Sachsen-Anhalt oder auch Thüringen geht es nicht so gut. Vor allem in Sachsen hat man anfangs mit einer Art Bauboom versucht, eine gewisse Entwicklung voranzutreiben. Aber wenn die Industrie und die Landwirtschaft nicht nachzieht, stößt soetwas sehr bald auf seine Grenzen. Und diese sind inzwischen sehr deutlich spürbar und haben dort auch zu erheblichem Widerstand geführt, welcher sich allerdings eher in eine rechte Richtung kanalisiert. Der Widerstand dort äußert sich daher vor allem in rechten Umtrieben. Und das ist etwas, was man am allerletzten in diesem Land wieder gebrauchen kann.

 

Nun gibt es aber neuerdings die Grünen, deren neue Führungsspitze, welche versuchen, diese Entwicklung mit ihrem eigenen Schleier zu übertünchen. Was haben sie denn eigentlich zu bieten? Brandenburg ist auch ein relativ ausgehaltenes Bundesland. Mecklenburg Vorpommern, da sieht es schon weniger rosig aus. In Sachsen-Anhalt und Thüringen sieht noch weniger gut aus. In Sachsen hat man zeitweilig den Bauboom vor allem voran getrieben, aber darin ist es mehr oder minder auch stecken geblieben. Wirtschaftlich tut sich auf anderen Gebieten dort wenig. Was sich dort aber tut, ist, daß die Rechten sich dort breit machen und seit längerem für negative Schlagzeilen sorgen. Warum aber ist das so? Weil sie eben auch einen Aufhänger dafür haben. Und wer hat ihnen diesen geliefert? Das ist vor allem die westdeutsche herrschende Clique der Bourgeoisie mitsamt den Grünen gewesen, welche dort systematisch alles, was an vorheriger Industrie aus DDR-Zeiten noch vorhanden war, liquidiert hat, Stück für Stück. Sollen sie sich darüber doch mal Rechenschaft ablegen. Was wollen sie eigentlich der Bevölkerung dort erzählen, wenn sie im Land herumreisen und so tun, als würden sie dort Zustimmung aus der Bevölkerung erheischen? Für was denn obendrein? Für grünen ausgehaltenen Unsinn? Das ist doch vielen in der Bevölkerung dort gar nicht klar. So etwas ist Betrug. Und diesen Betrug gilt es aufzudecken, bevor die nächste soziale Katastrophe dort Einzug hält.

 

Annalena Baerbock – sympathisches Aussehen, zwei kleine Kinder - aber was vertritt sie eigentlich gesellschaftlich, was hat sie in dieser Hinsicht an Konzeption zu bieten? Das muß man doch mal fragen. Und da sieht es nicht so gut aus, denn von einer Opposition gegen die Merkelsche Politik ist wenig bis gar nichts zu spüren. Ähnliches gilt auch für Robert Habeck aus dem Nordosten. Was hat dieser eigentlich zu bieten an Gegenkonzeption gegenüber seiner Kritik an der gegenwärtigen Zuständen? Davon ist ebenfalls bislang wenig bis gar nichts zu sehen. Umso stärker wird er von der Presse hofiert, das sollte einem erst recht zu denken geben.

 

Kritik am Ökologismus? Fehlanzeige auf der ganzen Linie. Was soll denn das dann bringen? Wie soll man denn in diesem Land billige Energie herbeiführen, wenn man weiter diesen grünen Schwachsinn fördert? Aber billige Energie ist die Voraussetzung für eine erfolgreiche wirtschaftliche Entwicklung, die auch der Mehrheit der Bevölkerung, ja allen zugute kommen kann.

 

Das Ganze ist ein riesiger, propagandistisch aufgezogener Betrug, dem man nicht auf den Leim gehen sollte, sondern ihm seine ausgehaltenen international geförderten Ursprünge entgegenhalten.

 

Ist ja alles gut und schön, wenn man herumreist und den Menschen auf dem Land sein Verständnis darlegt, aber wie will man denn ihre Situation ändern? Davon ist wenig bis gar nicht die Rede. Das ist aber der entscheidende Punkt. Alles andere sieht eher nach einem Betrug aus. Ein Rumreisen mit zwei kleinen Kindern, das macht Eindruck. Aber der entscheidende Punkt besteht doch darin, deren Perspektive zu sehen. Wie soll die denn aussehen? Soll es eine Zukunft sein mit billiger Energie, die den Fortschritt – auch den sozialen - voranbringt oder will man dem rückwärts weisenden, ökologistischen Unsinn unterliegen? Das muß man sich doch fragen, wenn man das wirklich objektiv beurteilen will. Der Betrug, der hier erneut aufgezogen wird, den sollte man nicht unterschätzen. Wo setzt sich denn Annalena Baerbock, aus einem wohlsituierten mittelbürgerlichen Haushalt in Brandenburg stammend, dafür ein, daß Menschen in einer Großstadt wie Berlin zum Beispiel mit Kindern ein einigermaßen erträgliches Leben finden? Davon kann man doch nur träumen. Aber so ist es eben. Solche wohl situierten, aus der Bourgeoisie stammenden grünen Vertreter haben eben einiges an Betrügereien auf Lager. Man sollte sich daher vom Äußerlichen nicht täuschen lassen. Geld kann man eben nur einmal ausgeben: entweder für teure Energie oder aber für das Aufziehen von Kindern.

Man fragt sich hier wirklich, wo die so genannte Linkspartei eigentlich in dieser Hinsicht bleibt? Sind sie völlig auf der Strecke geblieben? Hat es ihnen die Sprache verschlagen oder was ist los? Sind sie etwa allesamt klammheimlich so grün, daß sie überhaupt nicht mehr einsehen, weshalb die Menschheit sich vermehren sollte? Es würde einen allerdings nicht wundern, wenn der ganze Revisionismus nur noch ein solches vertrocknetes Ergebnis zu bringen imstande wäre.

 

 

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IS 2012-05