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Statement 2026-07
In den 1960er-Jahren und auch noch zu Beginn der 1970er-Jahre gab es in Berlin und auch in Deutschland insgesamt mal wieder etwas, was lange nicht mehr da gewesen war: eine revolutionäre Bewegung. Und wer war es? Es war die Jugend. Ja, die Jugend stand auf gegen das Ausbeutersystem, in welchem sie groß geworden war, und stellte dieses infrage. Sie stellten auch die internationale Ausbeutung infrage, daß es diesem Land nicht zu eklig war, immer mehr von der Ausbeutung anderer Länder zu leben. All das wurde thematisiert. Es entstand eine große Bewegung in ganz Deutschland, aber vor allem in West-Berlin, die diese Dinge an den Pranger stellte. Sie stellten die Frage, ob das nun wirklich das Ende der Fahnenstange ist, oder ob doch eine bessere, eine gerechtere Gesellschaft möglich ist. Eine die erstens nicht von der Ausbeutung anderer Länder und Staaten lebt, und zweitens auch die Ausbeutung im eigenen Land beseitigt. Internationalismus, internationale Solidarität wurde groß geschrieben. All das gab es, das wurde diskutiert, da gab es Demonstrationen dafür. Es gab auch politische Ereignisse, auf internationaler Ebene wofür demonstriert wurde. Für den Befreiungskampf des vietnamesischen Volkes, gegen die Unterdrückung im Iran und gegen den Schah-Besuch. Und es gab die selbständigen Streiks der Arbeiter in Frankreich oder Italien, um nur einiges beispielhaft zu nennen. Aber wo ist all das geblieben? Es ist einfach weg. Wie kann man sich das erklären, daß eine solche Bewegung irgendwann nach
einigen Jahrzehnten einfach weg ist? Ich weiß es nicht. Aber ich glaube,
ich bin nicht die Einzige, die sich solche Gedanken macht. Zudem ist es so, daß damals die Jugend- und Studenten-Bewegung keineswegs, noch nicht einmal überwiegend, aus Menschen bestand, die aus unteren Schichten, aus der Arbeiterklasse stammten. Nein, es war erstaunlicherweise die Jugend der Mittelschicht, die aufstand und voran ging. Vor allen Dingen die war es. Und die war es auch, die diese harte Kritik am kapitalistisch-imperialistischen System an die eigenen Eltern geworfen haben. Diese fanden es gar nicht so toll. Wie aber konnte es der Bourgeoisie in unserem Land oder auch in Europa
gelingen, eine solch revolutionäre jugendliche Kraft, wie sie sich damals
in den 1960er- und 70er-Jahren entwickelt hat, in ihr Gegenteil zu verwandeln?
Wie konnte sie diese revolutionäre Bewegung weitgehend auf das Gleis des
reaktionären, systemtreuen und massenfeindlichen Ökologismus in Gestalt
der „Grünen“ umlenken? Die Bourgeoisie hat damals angefangen, Produktion zu verlagern und immer mehr teilzunehmen an der Ausbeutung der 3. Welt und Teilen des Ostblocks. Zugleich hat man Millionen Arbeiter aus der Türkei, Jugoslawien , Italien usw., hereingeholt, die vor allem niedrigere Arbeit verrichten mußten, die deutschen Arbeiter aber wurden angehoben und so immer mehr korrumpiert. Sie bekamen auf einmal höhere Löhne ohne etwas dafür getan zu haben. Aber sie taten eben objektiv das dafür, daß sie die Existenz dieser Ausbeuterklasse hier garantierten. Das grub der revolutionären Bewegung sozusagen das Wasser ab, entzog ihr den Boden unter den Füßen, auf dem sie hätte agieren können. Studenten, die auf systemtreu umschwenkten, wurden mit Posten beim Staat und dessem Überbau belohnt. Es war unendlich schwierig, dem allem zu widerstehen. Ja, wirklich, ihr Leute von heute, ihr Mittelschicht oder was ihr seid. Denkt doch einmal über eure eigene Geschichte nach, anstatt in den Tag hinein zu leben und es zu genießen, daß man eben auf der besseren Seite der Menschheit geboren wurde und lebt. Pfui Teufel, so etwas ist billig. Wir, die Jugend- und Studentenbewegung von damals, haben es gewagt, das
infrage zu stellen, auch um den Preis unseres eigenen Lebens. Es wurden
Menschen damals erschossen, die das vertreten haben. Nicht nur Korummpierung,
auch Repression gab es nicht zu knapp. Das hat man anscheinend auch vergessen,
unterdrückt, einfach beiseite geschoben. Aber dazu bedarf es natürlich einer Generation, die daran ein Interesse hat, die es versteht, über den eigenen Tellerrand hinaus zu schauen und zu denken. Die bereit ist, in die Zukunft zu denken und erkennt, daß es keineswegs garantiert ist, daß es auch hier so friedlich bleiben wird, wie es lange Zeit war. Also bitte denkt mal darüber nach, denkt einfach einmal über die Geschichte nach, was es mal gab, wie es sich entwickelt hat und wie es heute aussieht. Auch wenn das vielleicht nicht das Ansinnen der meisten jungen Menschen ist, die jetzt studieren. Wir möchten darauf hinweisen, daß man aus der Geschichte lernen kann.
Man kann das gegenwärtige Ausmaß von öffentlicher Verdummung wirklich
nicht mehr ertragen. Worin besteht denn die gegenwärtige Gefahr? Doch
nicht etwa in der Umwelt und deren Katastrophe. Sie besteht in nichts
anderem als darin, daß die ganzen Widersprüche, die die ganze Zeit schon,
auch die letzten, Kriege verursacht haben, immer noch da sind und auch
den nächsten Weltkrieg zu provozieren. Vielleicht sollte man besser darüber
einmal nachdenken, auch wenn man um die sog. Umwelt die Sorge hat und
darin die erste Substanz sieht. Der Ökologismus ist einfach eine Fehlentwicklung,
eine Ablenkung weg von den gesellschaftlichen Systemfrage, die absichtlich
von der Bourgeoisie lanciert wurde.
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